Mittwoch, 7. Mai 2008

Heimreise nach Moshi




Um 4h morgens fingen die Moslems an zu beten und kurz darauf hörte man schon wieder die ersten Autos hupen. Völlig müde schleppte ich mich zur Bushaltestelle um 6h30!
Die Busfahrt nach Moshi war genau gleich wie die nach Mombasa. Nur der Pastor fehlte... 
Unterwegs sahen wir einen umgekippten Sattelschlepper und ganz viele Leute, die herum standen. Wahrscheinlich versagten die Bremsen. Ich versuchte mich zu entspannen, aber schaffte es nicht wirklich!! Da ich weit vorne sass, konnte ich nicht anders, als dauernd auf die Strasse zu schauen. Drei junge Engländer, die in der Reihe vor mir sassen, zuckten auch immer mal wieder zusammen...
Bei der Ausreise fragte mich der Officer nur wie meine Ferien waren und das wars auf dieser Seite der Grenze. Meine Aufregung aber stieg, als wir zum Zoll nach Tanzania kamen. Ich hatte ja die 50 $, von denen ich noch immer nicht wusste, ob sie nun echt sind oder nicht. Ich fragte dann halt mal ganz scheu die jungen Engländer, ob ich meine Scheine mit ihren vergleichen dürfte. Etwas verwirrt und mit einem fragenden Blick zeigten sie mir dann einen 20 $ und einen 10 $ Schein und meinten, dass meine echt seien. Zu zweit mit einem der Jungs, gaben wir unsere Pässe und das Geld durch und schwups hatte ich einen neuen Stempel! Also war all die Aufregung, dass die mich an der Grenze wegen Falschgeldbesitzes einbuchten könnten vergebens...well gottlob!
Entlang des Fusses des Kilimanjaros fuhren wir dann in einer Stunde nach Moshi. Nando stand schon bereit und holte mich direkt vom Bus ab. Da er gerade dabei war sein Auto zu waschen, liess er sich von Prosper zum Bahnhof chauffieren und begleitete mich bis nach hause. Das war ja schon ein wenig eigenartig mit Prosper, dem Taxifahrer, den ich nicht mag zu fahren und Nando quasi als Beschützer neben mir zu haben. Schon mal zwei Taxifahrer gleichzeitig gehabt?? Nando weiss, dass ich mit Prosper ein Problem habe. Er hatte aber wohl niemand anderen, der aushelfen konnte, also fuhr er halt mit.

Zu hause konnte ich gerade mal eine Dusche nehmen, bevor dann auch schon Carol nach hause kam und mich voll in Anspruch nahm! Zuerst musste ich ihr alle Details über meinen Trip erzählen und dann all ihre Geschichten anhören. Dann teilte sie mir mit, dass sie eine Geburtstagsparty für Maureen in unserem Haus für heute Abend angesagt habe und noch meine Hilfe brauche einen Kuchen zu backen und das Haus zu dekorieren. Super und wann bitte darf ich mich ein wenig erholen? Ich war ja nach der letzten schlaflosen Nacht, der 6-stündigen Busfahrt und meinem immer noch rebellierenden Magen ziemlich auf den Felgen...
Na ja, ich biss mich tapfer durch und da es ja ein Kindergeburtstag war, verliessen uns die Gäste um 20h auch schon wieder.
Carol und Joelle gingen anschliessend noch weg und ich hatte meine Ruhe! Ich ging früh schlafen, da für Samstag ja der Babyday angesagt war.

Mombasa











Da ich morgen früh wieder den Bus nach Moshi nehmen muss in Mombasa, packte ich heute meine Sachen zusammen und machte mich auf den Weg in die Stadt. Kurz nach 8h stand ich auf der Strasse und wartete auf ein Matatu. Fast in Ukunda angekommen, wo ich das Matatu hätte wechseln müssen, konnte unser Wagen nicht mehr weiterfahren, da der Kühler überhitzt war. Wir warteten also auf ein nächstes Sammeltaxi und als ich drin war, musste ich wieder aussteigen, da weiter vorne eine Polizeikontrolle war und der Bus überfüllt war.
Nach einer Weile trug der Begleiter (er kassiert das Geld ein) vom kaputten Taxi meine Tasche und die Harasse einer anderen Passagierin und zusammen machten wir uns zu Fuss zur Kreuzung auf. Als dann ein Auto anhielt und uns mitnahm, war der Träger auch nicht traurig. In Ukunda sass ich dann gleich wieder in einem nächsten Bus, der uns zur Fähre brachte. Das Matatu wurde bis zum Schluss richtig voll. Die Strassen waren zum Teil überschwemmt, da es stark geregnet haben muss.
Um auf die Fähre zu gelangen mussten alle Fussgänger zusammen anstehen und die Autos und Velos warteten an einem anderen Ort. Es hatte Rastamen, Muslime, Massais und eine weisse Frau...mich. Irgendwie fühlte ich mich wohl unter all den Dunkelhäutigen, die mich alle beobachteten. Ich denke es war mehr aus Neugierde, dass sie mich anschauten, als dass sie mich bestehlen wollten oder sonst was böses. Alle schwitzten und die Gerüche, die von allen Seiten herbeigetragen wurden vom Wind, waren nicht nur angenehm! Nach ein paar Minuten waren wir schon am anderen Ufer, in Mombasa! Mit der ganzen Horde kämpfte ich mich die steile Böschung hoch, wo schon zig Matatus und Taxis auf uns warteten. Ich wollte erst mal aus dem Getümmel raus und mir ein Tuk Tuk nehmen.
In einem Führer habe ich ein Hotel rausgesucht, das nicht weit von der Bushaltestelle sein sollte. Der Fahrer wusste glaube ich nicht welches Hotel ich meinte, aber die Strasse kannte er. Als wir in der gesuchten Strasse ankamen, aber das Hotel nicht fanden, sah ich ein anderes Hotel, das anständig aussah von aussen und stieg dort aus. Erst wollte ich das Zimmer anschauen! Es sah hell und einfach möbliert aus, war aber noch nicht gemacht und hatte kein Moskitonetz. Der Angestellte, der dabei war das Zimmer in Ordnung zu bringen war sehr freundlich und meinte es habe einen Fan und das reicht. Es habe hier nicht viele Moskitos...dies war für mich schwer zu glauben, da ich am Meer verstocken wurde, wie noch nie! Ich wollte einfach meine Sachen abladen und mich kurz hinlegen, also nahm ich das Zimmer und musste noch ein paar Minuten im Treppenhaus warten.
Nach einem schnellen Frischmachen und einem kurzen Nap, machte ich mich auf Enrdeckungsreisen und suchte erst mal die Bushaltestelle für morgen. Diese war echt nur über die Strasse und ein paar Meter weiter, ideal!!
Mit einem Tuk Tuk gings dann weiter zum Fort Jesus, der einzigen Sehenswürdigkeit in Mombasa. Dort angekommen, wollten die mir 800 KSH Eintritt verlangen, was genaus soviel war, wie das Busticket von Mombasa nach Moshi. Ich winkte dankend ab, da mir niemand sagen konnte, was man denn sehen kann im Fort Jesus! Stinkig drehte ich halt wieder um. Und nun? Da die Hitze unerträglich war, genehmigte ich mir erst mal eine Cola. Schwups und zwei kleine Jungs standen neben mir und sagten: give me money!! Als ich nein sagte, fragten sie nach einem Soda und dann nach einem Eis. Die liessen nicht ab von mir, sodass ich mich gleich wieder auf den Weg zum alten Hafen machte. Aber kaum bog ich in die nächste Gasse, waren da schon zwei weitere Typen, die mich vollquatschten. Ich kann diese Standardfragen nicht mehr ertragen. Als ob es die wirklich interessieren würde wie es mir geht. Die wollen nur wissen was deine Pläne sind, damit sie dir entsprechende Trips etc. aufschwatzen können! Als ich endlich mehrere Verfolger los wurde, hörte ich auf einmal wieder Schritte hinter mir und ich drehte mich um und sagte in einem selbst mich erschreckenden Ton: don’t follow me!!! Und das mit erhobenem Zeigefinger ;-)
Mein „Verfolger“ drehte darauf sofort um. Ich hatte solche Angst überfallen zu werden, dass meine Reaktion war, ganz selbstsicher durch die verlassenen Gassen zu gehen. Mir war echt nicht mehr wohl und so drehte ich wieder um, nachdem ich ein paar rostige Schiffe, die den alten Hafen bedeuteten, gesehen hab.
Ich liess mich dann zur Elefantenzahnskulptur bringen. Dies war das einzige, was ich von Bildern von Mombasa kannte. Schlussendlich handelte es sich um eine Eisenplastik, die wie ein Bogen über der Strasse war. Zwei Riesenzähne liefen gegen oben zusammen. Es sah auf den Fotos, die ich in Erinnerung hatte, viel spektakulärer aus!
Na ja, darauf gönnte ich mir ein paar Pommes in einem Fastfood Restaurant und das war genau, was mein Magen brauchte! Ich fühlte mich immer noch nicht ganz wohl...
Mein nächstes Ziel war Geld zu wechseln, da ich nochmals 50$ brauchte für mein Tanzania Visum. Ziemlich schnell wurde mir klar, dass das sehr schwierig wird, da alle Banken wegen dem 1. Mai geschlossen waren!!! Auf einmal hatte ich die Idee in einem grossen Nobelhotel zu fragen, aber auch die konnten mir nicht helfen. Der Portier empfahl mir dann einen Freund, der mir helfen konnte. Dieser Freund arbeitete für Neckermann und sprach ein wenig deutsch, was mir dooferweise vertrauenswürdig erschien! Schlussendlich wechselte mir ein weiterer Freund KSH in $. Als ich das Geld in der Hand hatte, war ich mir aber alles andere als sicher, echtes Geld in der Hand zu haben. $ sehen ja schrecklich unecht aus und völlig altmodisch!!
Ich sagte den beiden, dass ich mir nicht sicher sei, ob das Geld echt sei, aber ich hätte ja keine andere Wahl, als ihnen zu vertrauen! Mit einem mulmigen Gefühl machte ich mich auf den Weg zurück zum Hotel. Unterwegs verkaufte ein Mann Hefte und ich sah wieder eine Gala. Dieses mal war sie für 300KSH zu haben, was etwa einen Franken mehr ist, als sie in der CH kosten würde. Voller Freude kaufte ich mir die Gala und ging nach hause um sie zu verschlingen!! Ahh war das eine Freude mal wieder zu sehen, was die alle machen und was für Kleider die Stars wo getragen haben ;-)
Am Abend ging ich im Restaurant nebenan einen Teller Reis mit Kabis essen. Es war eine Einheimischenspelunke und die Stimmung war sehr freundlich, sodass ich mich nicht unwohl fühlte.
Wieder im Bett, konnte ich wegen dem enormen Lärm lange nicht einschlafen.

Mittwoch














Dienstag






Juhui, heute schien endlich die Sonne wieder, wenn auch nur zaghaft.
Ich legte mich ein wenig in einen Liegestuhl auf unserem Grundstück, da ich keine Lust hatte mich direkt auf den Sand zu legen. Wegen Ebbe und Flut war der Sand auch ein wenig feucht. Es hatte eine 1.5 m hohe Mauer um die Niveaudifferenz zwischen Garten und Strand abzufangen. Dies war zugleich auch die Grenze für die Beachboys, die sie nicht überschreiten durften. Sobald sich irgendwo etwas bewegte, kamen sie gleich losmarschiert. Offenbar hat es hier sehr viele Frauen, die einen Mann suchen, sonst hätte es nicht so viele Beachboys! In unserer Anlage waren dann auch nur gemischte Pärchen zu finden...ich meine Weisse und Afrikaner.
Rund um die Uhr hatte es einen Wächter mit einem Hund, die zusammen über die ganze Anlage spazierten.
Heute sah alles schon viel schöner aus als gestern mit dem Regen. Am Nachmittag zogen dann wieder Wolken auf und gegen Abend regnete es wieder.
Da ich mich immer noch nicht gut fühlte, ass ich nur Bananen und Ritz Crackers. Ich versuchte es nochmals mit Spaghettis, aber nach nur 2-3 Bissen fühlte ich mich schon wieder voll!
Am Abend hatte ich eine Käferinvasion in meinem Zimmer und ich wusste echt nicht wie die rein kamen. War ich froh lag ich unter meinem Netz!!

Montag





Wie ich schon ahnte, war es heute Morgen sehr grau und der Himmel war mit Wolken verhangen. Also brachte ich all meine Pässe etc. in den Safe, da mir die Anlage zu verlassen erschien, um alles im Zimmer liegen zu lassen. Da ich bisher meine Kreditkarte nie brauchte um Geld abzuheben, liess ich die auch im Safe! Ich wollte schliesslich so kurz vor meiner Rückreise in die Schweiz kein Risiko eingehen...
Ich lieh mir einen Schirm und machte mich auf zu einem Einkaufszenter, wo ein Automat war. Mit dem Matatu fuhr ich im Regen dorthin und bis dahin klappte alles bestens. Als ich jedoch versuchte Geld abzuheben, hiess es, dass es nicht möglich sei. Die Dame nach mir hatte mit ihrer Kreditkarte keine Probleme, also wusste ich, dass das Gerät meine Karte nicht lesen konnte. Niemand konnte mir helfen und in der Bank nebenan sagten sie mir, dass ich nur mit der Kreditkarte und Ausweis bei ihnen zu Geld kommen könne. Super, genau diese Sachen liess ich heute im Safe zurück! Bis zum nächsten Automaten war es ziemlich weit um zu Fuss dorthin zu gehen. Aber wenn ich noch mal ein Matatu nehmen würde und es dort auch nicht klappt mit der Karte, hätte ich nicht mehr genügend Geld zurückzufahren! Super, genau das wollte ich vermeiden gestern. Hätte ich mich doch geweigert das doofe Deposit zu hinterlegen... ich war so genervt mit der ganzen Ausreisegeschichte und überhaupt mit all den Halsabschneidern, dass ich am liebsten losgeheult hätte.
Hätte aber eh nichts gebracht, also fing ich an loszumarschieren und den nächsten Automaten zu finden.
Ein Taxifahrer profitierte dann von meiner Misere und fuhr mich zum Automaten. Da aber die Verbindung meiner Karte in der ganzen Gegend zusammenbrach, konnte ich natürlich auch dort kein Geld abheben. Offenbar war nur die Verbindung mit Kreditkarten möglich. Tja so musste ich mich zwangsläufig zum Bungalow chauffieren lassen um meine Kreditkarte zu holen und dann wieder zurück zum Automaten. Ich musste ein Vermögen für diesen Abzocker bezahlen. Als er mir dann sagte, dass er May heisst, antwortete ich ihm, dass mein Name April sei. Die Situation war so verschissen, dass ich nur noch lachen konnte. Ich hasste gerade alles in diesem Moment.
Wie immer, war auch dieser Taxifahrer nicht nur ein Taxifahrer, sondern auch ein Reiseberater und vor allem ein heiratswilliger Afrikaner. Er erzählte mir gleich, dass er wieder alleine sei, da er und seine Freundin keine Kinder bekommen konnten. An wem es gelegen hat, wüsste er jedoch nicht. Oh mein Gott, will ich das alles wissen??? Ich holte schnell meine Sachen aus dem Safe und fuhr mit May wieder zurück. Da fragte er mich, ob ich ihm nicht helfen könne mit rauchen aufzuhören. Ich sagte ihm, dass es mir eigentlich egal sei, ob er rauche oder nicht. Das sei seine Sache und er sei alt genug sich selber darum zu kümmern. Er wollte sogar Mitleid von mir, dafür, dass er raucht!! Als er dann auch noch fragte, ob mein Mann denn nicht rauche, sagte ich nur, dass niemand in meiner ganzen Familie rauche. Ich hasse diese plumpen Fragen und dann meinen sie auch noch sie seien äusserst schlau und diplomatisch vorgegangen. Eine weisse Frau abzukriegen ist das erklärte Ziel eines jeden Afrikaners, auf Biegen und Brechen!
Glücklicherweise klappte es mit der anderen Karte und ich konnte May bezahlen. Ich blieb im Center und ging erst mal in den Supermarket. Wow, da hatte es einfach alles! Fetakäse, Barilla Pasta, Mentos Bonbons, Büchsenraviolis, Evianwasser...
Da ich aber nicht wusste wie lange ich bleiben würde, kaufte ich nicht viel ein. Falls es nämlich morgen immer noch regnen sollte, würde ich zurück in die Stadt fahren.
Im Restaurant frühstückte ich dann erst mal. Von dort konnte ich das Treiben im ganzen Center beobachten und hörte sehr viele Leute deutsch sprechen. Fast alle waren Mitte 50 aufwärts und wohl nur gerade für kurze Zeit hier in den Ferien. Sie sahen nicht so aus, als ob sie irgendwo in Afrika arbeiten und sich hier erholen würden. Dafür war ihr Auftreten zu protzig! In einem Geschäft entdeckte ich sogar eine aktuelle Gala, aber sie kostete umgerechnet 14.- und das mir dann doch zuviel. So sehr muss ich dann doch nicht wissen, was bei den Stars und Sternchen läuft.
Wieder im Bungalow blieb mir nicht viel anderes übrig, als zu lesen und herumzuliegen, da der Regen sehr stark war. Das war ein langer Tag bis es endlich Abend wurde.

Montag, 5. Mai 2008

Reise nach Mombasa




Ich musste um 7h30 am Bahnhof sein, obwohl der Bus erst um 8h abfahren sollte...Es herrschte schon reger Betrieb und die Herren, die mir das Ticket verkauften, liessen mich hinter dem Tisch neben ihnen Platz nehmen, da alle Bänke schon besetzt waren. Todmüde und schon ganz dreckig, wartete ich bis um 8h15 auf den Bus, der aus Arusha kam. Der Bus hielt nur kurz an und fuhr gleich weiter. Ich hatte einen Fensterplatz und meine „Türkentasche“ musste ich zwischen meine Beine stellen, da alle Fächer schon voll waren. Wie befürchtet, hielten wir noch ein paar Mal an und mehr Passagiere stiegen ein. Es ergab sich einmal mehr, dass sich eine festere Frau neben mich setzte, die mich an die Scheibe drückte bei jeder Linkskurve! Nach einer halben Stunde gings dann flott ohne Halt weiter bis zur Grenze. Am Zoll in Tanzania mussten wir alle aussteigen und unsere Pässe stempeln lassen und dann wieder in den Bus einsteigen um über die Grenze zu fahren. Ein paar Meter weiter, dann schon in Kenia, mussten wir uns wieder anstellen, dieses Mal um ein Visum zu erhalten. Das ging eigentlich ziemlich schnell, als der Beamte die 50 US$ sah! Anschliessend mussten alle ihr Gepäck holen und kontrollieren lassen. Das klingt alles sehr unkompliziert und rassig, war aber alles in allem eine Angelegenheit von etwa einer 3/4 Stunde.
Nach der Grenze war die Strasse nur noch eine Naturstrasse und es kam mir vor, als ob ich auf einer Safari wäre oder durch das Outback von Australien reisen würde! Es dauerte gut zwei Stunden bis wir wieder auf einer normalen Landstrasse waren. Die Landschaft, die wir durchquerten war zwar fantastisch schön, aber mit der Hitze, dem lauten Radio und der Dame neben mir, war das Gerüttel des Busses schwer auszuhalten. Mein Magen fühlte sich eh noch nicht wieder gut an.
Und als ob das nicht schon genug zu ertragen gewesen wäre, erhob sich irgendwann auch noch ein beleibter Mann und fing an auf Kiswahili rum zuschreien. Ich bekam es mit der Angst zu tun, da ich keinen Schimmer hatte, was der da erzählte. Aber sein Ton gefiel mir gar nicht... Als ich dann sah, dass die Leute lachten und gut drauf waren, entspannte ich mich wieder ein wenig. Der Bus war mit lauter Moslems gefüllt, da in Mombasa vorwiegend Moslems leben. Deshalb dachte ich schon, dass ich da zwischen religiöse Fronten geraten sein könnte. Ich hörte den Mann immer wieder das Wort Mungu aussprechen, was Gott bedeutet. Er redete sicher nahezu eine Stunde lang bis das erlösende Amen ertönte!!
Nach einer gewissen Zeit fing auf einmal ein anderer Typ an, irgendwelche Fläschen runzureichen und darüber zu erzählen. Ich konnte verstehen, dass es sich um Medikamente handelte und er über verschiedene Krankheiten sprach.
Es gab dann endlich mal einen kurzen Stop an einer Tankstelle, wo ich mir eine Cola kaufen konnte. Nach unzähligen Polizeikontrollen kamen wir nach 6 Stunden in Mombasa an. Der Bus hielt mehrere Male an und auf einmal war ich fast die Letzte, die noch da sass. Ich wartete eigentlich auf einen Busbahnhof, aber das war offenbar falsch. Der Busbegleiter hiess mich dann bei diesem Stop auszusteigen, weil dies der Ticketstand unserer Buslinie war. Das war ja schon mal nicht schlecht, da ich gleich mein Rückreiseticket kaufen konnte.
Die Hitze war erschlagend und deshalb entschied ich gleich weiter ans Meer zu reisen, falls es dazu nicht schon zu spät war. Es standen natürlich schon mehrere Taxifahrer bereit, die mich noch so gerne ans Meer gefahren hätten, da das ein langer Trip gewesen wäre. Ich wusste, dass es öffentliche Verkehrsverbindungen gab und informierte mich wo die abfahren. Da stand ein Herr auf, der daneben auf einer Bank sass und sagte, dass er in der Nähe vom Diani Beach wohnt und mich mitnehmen kann. Erst da erkannte ich ihn wieder...es war der Mann vom Bus, der herumschrie oder wie ich später erfuhr, betete! Da er meine Unsicherheit bemerkte, betonte er, dass ich mit ihm kommen könne, er sei schliesslich ein Pastor. Haha, nachdem, was ich hier über die Priester alles gehört habe...
Es war ja Nachmittag und ich kann mich wehren, also ging ich mit ihm. Wir nahmen zuerst ein Tuk Tuk (wie in Asien, heissen sogar gleich) zu der Fähre. Dort gingen wir zu Fuss auf die Fähre, die zwischen der Insel Mombasa und dem Festland hin und her tuckert. In der Mitte sind die Autos und links und rechts alle Passagiere ohne Gefährt. Auf einmal sprach ein Typ in einem Auto mit dem Pastor und wir konnten mit diesem Freund mitfahren. In kürzester Zeit waren wir in Ukunda, der Zweigstelle um ans Meer abzubiegen. Dort stiegen wir aus und der Pastor setzte mich in ein Matatu, was das gleiche ist wie ein Dalla dalla in Tanzania, und der Chauffeur wurde informiert, wo er mich abzusetzen hatte.
Am Eingang zu Bungalowanlage liess er mich aussteigen und brauste davon. Alles schien gespenstisch verlassen und mir war nicht ganz wohl. Endlich sah ich ein Schild, worauf Office stand und sah dann auch gleich einen Gärtner, der jemanden holte. Ich liess mir erst die günstigsten Bungalows zeigen, die aber direkt an der Hauptstrasse lagen, Badzimmer und Küche zur gemeinsamen Nutzung in einem anderen Gebäude hatten und wegen ihrer Abgeschiedenheit gar nicht dem entsprachen, was ich mir erhofft hatte. Die nächst teurere Variante war dann gleich dreimal so teuer, aber lag in der Nähe zum Office und hatte Badzimmer und Küche integriert. Als ich dann erfuhr, dass es gar kein Restaurant hat in der Anlage oder näheren Umgebung, entschied ich mich für die teurere Variante, die mir auch die sicherste zu sein schien. Mit meinem doofen Magen wollte ich auch nicht jedes Mal durch die Dunkelheit gehen müssen um auf die Toilette zu gehen. Es gab noch Bungalows mit Seaview, aber die sprengten mein Budget definitiv! Leider wollten sie mir nicht entgegenkommen und mir einen Spezialpreis machen, obwohl es fast keine Gäste hatte, da Lowseason ist!! Ich war zu müde um zu diskutieren und erst recht um nach einem anderen Schlafplatz zu suchen.
Da ich das Zimmer schon im Voraus bezahlen und noch ein Keydeposit hinterlegen musste und die keine Kreditkarte annahmen, war ich schon fast pleite. Ich habe ja auch schon das Retourbusticket gekauft. Da ich auch noch das Essen besorgen musste, war ich ein wenig stinkig. Ich hatte Angst nicht genügend Geld zu haben. Ich sagte ihr, dass ich im Notfall halt das Keydepositgeld zurückhaben möchte, ob ihr das nun passt oder nicht, aber hungern würde ich wegen ihrer kaputten Kartengerätverbindung sicher nicht!
Obwohl ich totmüde war, musste ich nochmals raus um etwas zu Essen einzukaufen. Das Geld reichte knapp und jetzt hatte ich echt gerade noch 1 Franken in der Tasche, der für das Matatu zum Geldautomaten reichen würde.
Nach einem Teller Spaghetti mit Tomatensauce, las ich noch ein wenig und versuchte dann zu schlafen. Es fing an zu regnen und ich fror sogar ein wenig...

Samstag



Nando holte mich heute Morgen um kurz nach 9h ab am Tor unserer Nachbarn auf der Rückseite. Seit ein paar Tagen benutzen wir nur noch den Hintereingang, da die Strasse auf der Vorderseite ganz schlimme Löcher bekam durch den starken Regen.
Neulich habe ich ein paar Männer gesehen, die grössere Steinbrocken in die Löcher füllten. Als ich dann in einem Taxi vorbeifuhr, wollten sie Geld von uns, da sie die Strasse für uns flickten... Das sind Humoristen!! Wenn ich hier für alles bezahlen würde, wozu ich aufgefordert werde, wäre ich schon längst auf der Strasse!
In der Stadt wechselte ich erst Geld für mein Visum um nach Kenia einzureisen, das heisst ich brauche Dollars und dann noch kenianische Schilling. TSH und KSH haben gar nichts gemeinsam ausser vielleicht dem dünnen Papier und dem Namen. Der Kurs ist ganz anders und das wird mir wieder eine Rechnerei geben, bis ich diesen Kurs gewohnt bin. Es wird wohl der eine oder andere erst mal wieder davon profitieren...

Anschliessend ging ich zum Busbahnhof und schaute mich mal um, ob ich irgendwo einen Bus nach Mombasa finde. Wenn du zu langsam gehst und zu unentschlossen aussiehst, wollen dir alle etwas aufschwatzen. Bist du aber zu schnell unterwegs und musst noch mal zurückgehen, da du nichts gesehen hast, ist das aber erst recht auffällig. Also brachte ich es nicht fertig alle abzuwimmeln, obwohl ich mittlerweile den scharfen Blick wirklich gut drauf habe und mich nicht mehr so viele Verkäufer ansprechen wie noch vor ein paar Monaten!
Schlussendlich liess ich mich auf ein „Gespräch“ mit einem Typen ein und sofort waren wir umzingelt von weiteren Verkäufern, die alle ein Stück vom Kuchen abbekommen wollten. Ich sagte, dass ich nur mit einem verhandeln will, sonst würde ich gleich weitergehn. Da ich es hasse, wenn sie dich irgendwohin in ein Büro eines Freundes etc. schleppen wollen, wollte ich erst nicht mit dem Verkäufer mitgehen. Als ich aber sah, dass der Tickettisch nur ein paar Meter von uns entfernt im Hauptgebäude des Bahnhofes war, ging ich mit. Nach drei Schritten übergab mich der erste Verkäufer an einen Nächsten. Dieser brachte mich wieder ein paar Schritte weiter zum Ticketstand. Nachdem ich tausend Fragen gestellt hatte, wie viele Stops es gibt bis Mombasa ( manchmal halten Busse zig Mal, was sehr mühsam sein kann!!), wie lange die Fahrt dauert, wie viele Passagiere schon auf dem Bus seien, liess ich mir ein Bild des Busses zeigen und kaufte endlich das Ticket für 15'000 TSH! Ihr wisst mittlerweile, dass ich Angst habe vor Busfahrten hier in Afrika und ich wollte einfach so sicher als möglich sein, dass es ein anständiger Bus ist, den ich da wähle!
Mit meinem billigen Ticket, liess ich mich in der Hitze wieder nach hause chauffieren, da ich mich noch immer nicht ganz wohl fühlte. Zu hause packte ich alles zusammen für ein paar Tage Kenia und ruhte mich ein wenig aus. Glücklicherweise hatte ich das Haus für mich alleine... Ich schwellte dann ein paar Kartoffeln um später eine Röschti für mich zu machen. Joelle und Carol kamen nur kurz nach hause um sich in Schale zu werfen, da sie auf eine Hochzeitsfeier gingen. Ich machte mir meine langersehnte Röschti mit einem Tomaten-Peperoni-Gurken-Salat, liess Musik auf meinem Laptop laufen und genoss den Abend für mich ganz alleine!! Das war einer der zufriedensten Momente seit langer Zeit. Ich konnte tun und lassen, was ich wollte ohne auf jemanden Rücksicht nehmen zu müssen...genial! Ich habe laut mitgesungen und unser Wächter war bestimmt ein wenig irritiert, aber das kümmerte mich nicht, denn er singt auch mitten in der Nacht irgendwelche christlichen Lieder direkt neben meinem Fenster!