Mittwoch, 19. März 2008

Mazingira Monkez Project


Ramadhani Juma aus Arusha fing im Jahre 2002 an Plastiksäcke einzusammeln, als er realisierte wie stark sie die Umwelt belasten. Plastik zersetzt sich nicht und wenn man die Säcke verbrennt, verursachen sie eine grosse Luftverschmutzung! Ramadhani stellt Spielaffen, Giraffen und Elefanten her. Dazu verwendet er Kitenges als Hülle und stopft diese mit den eingesammelten Plastiksäcken aus. Die Säcke werden gewaschen, desinfiziert und dann getrocknet, bevor sie verwendet werden. Ramadhanis Frau hilft ihm dabei. Seit 2002 haben sie schon über 1'000 Tiere hergestellt.
Im Moment kommt er nicht weiter, da er für seine Tiere kein Marketing hat. Er verkauft die Stofftiere nur innerhalb Arusha und möchte seinen Kundenstamm vergrössern. Sein Kapital ist sehr gering und Ramadhani kann nur neue Tiere herstellen, wenn er wieder welche verkauft hat.
Falls jemand in Europa oder auch in Afrika interessiert ist an den Kitengestofftieren, gefüllt mit eingesammelten Plastiksäcken, lasse ich euch anbei die entsprechende Kontaktadresse etc. Ich finde dieses Projekt sehr toll und wäre dankbar, wenn alle, die irgendwelche Kontakte haben, die helfen könnten, Werbung machen würden. Es ist mir natürlich auch klar, dass man vorallem auch daran arbeiten sollte, weniger Plastiksäcke zu gebrauchen und einfach in die Natur zu werfen!!
Es ist auch geplant mit Waisenkindern zu arbeiten, was ich wiederum eine ideale Lehrstunde zur Sensibilisierung für die Umwelt finde.

Jedes Tier kostet US $ 15.-, das sind im Moment etwas mehr als 15 CHF!

Ramadhani Juma
PO Box 15895
Arusha, Tanzania

Mobile: +255 (0) 757 720 607
Email: arushacleaner@yahoo.co.uk
Website: http://www.arushacleaner.com

Sonntag, 16. März 2008

Lepra

Entlang der Strasse zum Stadtzentrum hat es viele Leute, die auf dem Boden sitzen und um Geld betteln. Viele unter ihnen haben nur noch Reste von Fingern an ihren Händen oder Stummelfüsse! Obwohl ich das sehr schlimm finde, habe ich mich aber nie ernsthaft gefragt, woher das wohl kommen mag. Es gibt so viele Unfälle hier, sei es auf den Strassen oder auch zu hause mit den offenen Feuerstellen und alle den gefährlichen Werkzeugen, dass man täglich Menschen antrifft, die hinken oder nur noch ein halbes Ohr haben... Dann gibt es ja auch nach wie vor noch Bandenkriege, wobei da bringen sie die Menschen gleich um!!
Neulich habe ich meine Biscuits am Strassenrand verteilt, als ich in die Stadt ging, da ich es einfach nicht mag hier Geld zu verteilen! Ich erzählte es zu hause Joelle und sie klärte mich dann auf, dass es sich bei diesen Leuten um Leprakranke handelt! Ich wusste gar nicht, dass es diese Krankheit noch gibt?!! Und um was es sich dabei handelt, weiss ich erst recht nicht!! Joelle informierte mich, dass es sich um Menschen handelt, die ausserhalb leben und täglich von Verwandten in die Stadt mitgenommen werden um zu betteln. Sie machte sich auch im Internet schlau über diese Krankheit und beruhigte mich, dass ich mich nicht in Gefahr bringe, wenn ich den Leprakranken Biscuits verteile! Ihr müsst zugeben, dass Lepra nicht gerade schön klingt oder?
Als ich letzte Woche einen dieser „verstümmelten“ Männern an mir vorbeigehen sah, staunte ich nicht schlecht. Er bewegte sich ohne Probleme und schaute auf einmal überhaupt nicht mehr krank aus!! Offenbar versucht er sich, wenn er sich an den Strassenrand setzt, kranker und ärmer zu zeigen, als er wahrscheinlich ist! Er lenkt alle Aufmerksamkeit auf seine Füsse, die wirklich nicht gesund aussehen und so bekommt man natürlich schnell den Eindruck, dass er sich wahrscheinlich nicht einmal fortbewegen kann. Und wer fühlt sich schon nicht schlecht dabei, über halbe Füsse zu steigen, womöglich noch in neuen Schuhen...
Die Menschen hier wissen ganz genau, wie sie das schlechte Gewissen der Ausländer erreichen können und nutzen dies gnadenlos aus! Es ist ja auch ok in einem gewissen Masse, aber sobald man sich verarscht vorkommt, ist es das nicht mehr!

Samstag, den 15.03.08










Obwohl ich mich auch heute Morgen nicht ganz fit fühlte, machte ich mich um 8h auf den Weg in die Stadt. Es war bewölkt und nicht ganz so warm wie sonst und das wollte ich ausnutzen. Unterwegs sah ich ein paar Dalla dallas mit Palmwedeln auf der Motorhaube und fragte mich wozu das wohl gut sein soll... Als ich dann am Strassenrand Verkäufer sah mit diesem Grünzeug, begriff ich, dass es wegen dem Palmsonntag war!! Ist das nicht herrlich?! Hier werden richtige Palmen herumgetragen.
Auf dem Weg in die Stadt, überholte mich erst Grace Yasentas Schwester und dann fuhr Alice mit dem Auto vorbei und lud mich zum Essen bei ihr zu hause ein. Sie schlug vor, dass ich am Sonntag zu ihr kommen soll, aber ich wollte mir das Wochenende ganz frei halten, da ich mich wirklich erholen möchte! Zudem ist Joelle übers Wochenende immer in Rombo, wo sie in einem Spital arbeitet und ich hoffte, dass Alice sie auch einladen würde, wenn ich das Essen auf nächste Woche verschieben würde. Das tat sie dann auch prompt und das ist mir lieber so, denn ich möchte nicht alleine dort sein! Irgendwie habe ich immer das Gefühl, wenn die Leute mich alleine sehen wollen, ist es, weil sie etwas von mir haben möchten! Eigentlich ist das kein Gefühl, es ist die Erfahrung, die ich hier bisher gemacht habe...
Bei der Bank stoppte ich um Geld zu holen und machte mich dann direkt zum Coffe shop auf. Eine Horde Schulmädchen verfolgte mich ziemlich lästig, aber heute war ich echt nicht in Plauderstimmung und wollte lediglich in Ruhe gelassen werden! Aber wenn ich die Strasse überquerte, taten sie es auch und wenn ich schneller ging, beschleunigten sie ihren Gang auch. Dann fingen sie auch noch an doof rumzukichern und das geht mir total auf den Geist. Einerseits würden sie liebend gerne mit dir anfangen zu reden und andererseits lachen sie dich aus. Ich bin mir nicht sicher, ob sie sich lustig machen über dich, aber das Gekicher in einer Gruppe ist sehr unangenehm! Also lief ich so wild und unstrukturiert von links nach rechts, blieb abrupt stehen und machte Fotos, dass ich sie irgendwann los wurde! Bei meinem Manöver habe ich mich in die Busstation verirrt und eine Art Shoppingcenter gefunden. Es waren nur Afrikaner zu sehen und alle schauten mich etwas komisch an, als ob sie sich fragten, was ich denn hier suchte! Mit all meinem Geld in der Tasche entschied ich mich das Center ein andermal genauer unter die Lupe zu nehmen! Zudem war ich auch überhaupt nicht motiviert noch länger herumzulaufen. Im Coffee shop bestellte ich dann meine erste latte macchiato seit ich in Afrika bin. In meinem Guide habe ich vor meiner Abreise noch gelesen, dass es hier wohl den besten Kaffee Tanzanias geben soll. Und ich denke es könnte auch zutreffen... Wow, ich hatte die beste latte, die man sich nur hätte wünschen können!! Ich war so glücklich ein Stück „Heimat“ in diesem Kaffegenuss zu verspüren! Aber der frische Passionfruit Juice war auch sehr gut...
Da ich hier niemanden habe, dem ich all meine kleinen Alltagssorgen erzählen kann oder will, schrieb ich mein Notizbuch um den Ärger loszuwerden! Das war wirklich eine gute Idee, denn ich fühlte mich danach erleichtert.
Im Kahawa Haus (>Internet) testete ich dann meinen neuen Speicherstick aus, den ich neulich gekauft habe. Und er funktioniert!! Das heisst ich muss den Computer nicht mehr mit mir schleppen, wenn ich meinen Blog aktualisieren möchte!
Ein Afrikaner sprach mich dann irgendwann an, dass er auf der Suche nach jemandem aus Deutschland oder der Schweiz sei! Ich kapierte überhaupt nicht um was es ging und fragte nach dem Namen dieser Person ;-) Erst nach weiteren Erklärungen realisierte ich, dass er keine bestimmte Person suchte, sondern lediglich jemanden, der Deutsch spricht!! Gott, sieht man mir das so deutlich an, woher ich komme??!! Vielleicht hat er ja auch nur auf meinen Bildschirm geschielt und gesehen, dass ich in deutsch schrieb.
Er kommt aus Machame, einem Ort zwischen Moshi und dem Kilimanjaro und lebte für vier Jahre in Heidelberg mit seiner Frau und zwei Töchtern. Er konnte dort studieren (auf englisch) und spricht daher ein wenig deutsch. Es muss sich um ein spezielles Hilfsprogramm handeln, das Menschen aus Entwicklungsländern nach Deutschland holt, ihnen eine Ausbildung oder Weiterbildung finanziert und den Wiedereinstieg ins Berufsleben im Ursprungsland unterstützt, das ihm das ermöglichte. Er wurde während sechs Monaten von dieser Institution unterstützt und jetzt wollten die ein paar Angaben zu seiner aktuellen Lage haben. Weil das Formular, das er ausfüllen musste in deutsch geschrieben war, brauchte er Hilfe, da er nicht alles richtig verstand. Ich vermute stark, dass das eine Übersetzung war von einem Nicht-deutsch-sprechenden, denn es war auch für mich recht schwierig rauszufinden, was eigentlich gefragt wurde!!
Declare, so heisst dieser Herr, bedankte sich für meine Hilfe und gab mir seine Karte und lud mich ein ihn und seine Familie in Machame zu besuchen. Seine beiden Mädchen, die 8 und 11 Jahre alt sind, sprechen offenbar sehr gut Deutsch, aber kein Englisch, was hier ein wenig doof ist! Er meinte, dass sie es sicher lieben würden mal wieder Deutsch sprechen zu können. Das wäre ja lustig, wenn ich in zwei tanzaniischen Mädchen Deutsch Sprechpartner finden würde!!
Es war eine sehr angenehme Begegnung...
Bevor ich Nando anpiepste um mich nach hause zu fahren, kaufte ich mir noch eine Cola und Knabberzeugs um das Wochenende zu überleben! Es war niemand zu hause und ich genoss es sehr, das Haus mal wieder für mich alleine zu haben! Ich brachte einen Korbsessel nach Draussen und setzte mich vor meinem Zimmer unters Vordach und fing ein paar Sonnenstrahlen ein. Schnell wurde es mir wieder zu warm und ich wusch meine Wäsche und hängte sie auf. Kaum war ich fertig, fing es an zu regnen und ich musste alles wieder ins Trockene bringen. Ich mag es nicht, wenn die Wäsche verregnet wird...sie riecht immer ein wenig muffig danach! Also bastelte ich mir eine Wäscheleine in meinem Zimmer mit der Plastikschnur, die ich mir kaufte um meine Kleider aufzuhängen. In meinem Zimmer waren ausser dem Bett ja keine Möbel und einen Schrank zu kaufen, ist mir zu teuer für die Zeit, die ich hier bin!
Später kam dann Carol nach hause und kurz darauf erschien Alice, um sich von ihr zu verabschieden, da sie (Carol!) ja morgen für vier Wochen nach Finnland verreist! Apai und Ibrahim von Kwieco klopften dann irgendwann auch noch an unser Tor, da sie Yasenta sprechen wollten. Apai sucht offenbar eine neue Bleibe und Yasenta könnte ihr dabei behilflich sein. Pina tauchte auch noch auf, da sie einen Behälter holen musste, den Carol bei sich hatte! Das wurde mir dann alles doch zuviel und ich zog mich, mit der Ausrede mich nicht wohl zu fühlen, in meine heiligen vier Wände zurück!! Eigentlich fühlte ich mich schon viel besser, aber kleine Notlügen denke ich sind ok, oder?!
Ich gab unserem Wächter noch das restliche Geld, das er als Vorschuss für diesen Monat haben wollte! Mit Händen und Füssen versuchte ich mich mit ihm zu unterhalten, aber irgendwie wollte das nicht so richtig klappen. Deshalb hörte ich dann auch auf, als ich das Gefühl hatte ihn nur zu verwirren...

Samstag, 15. März 2008

Freitag, den 14.03.08







Hilde und auch Honesta rannten auf mich zu, als ich durchs Schultor kam und ihre Gesichter leuchteten vor Freude! Honesta trug ihre neuen Socken und Schuhe. Den neuen Rucksack spart sie wohl auf, da ihr Alter noch einigermassen in Ordnung ist. Hilde dagegen kam mit ihrem neuen Schulsack, jedoch noch mit ihren alten Schuhen daher. Aber auch bei ihr denke ich, dass sie zuerst diese Schuhe austrägt, bis sie die Neuen anzieht! Das macht ja auch Sinn so!
Wie vorher bei Hilde, konnte ich heute bei Honesta die gleiche Verwandlung sehen. Sie lächelte unentwegt und war sehr fröhlich!
Wenig später kam eine junge Frau mit einem kleinen Mädchen in die Schule und lächelte ganz lieb. Das 1 1/2 jährige Kind kam zu mir gewatschelt und ich nahm sie auf meinen Arm und brachte sie ins Schulzimmer. Ich hatte keine Ahnung wer sie war, aber ich dachte, dass sie wohl ein neues Schulkind sei. Da kam aber dann Schwester Angela zu mir und sagte, dass Honestas Mama im Office sei und mich sehen wolle! Da begriff ich, dass ich Honestas kleine Schwester auf dem Arm hatte, aber komischerweise, sagte niemand von den beiden etwas...?!
Honestas Mama kam extra in die Schule um sich bei mir persönlich für alles zu bedanken! Ich war sehr gerührt und als sie dann auch noch erzählte, dass ihr Mann sich vor etwas einem halben Jahr selber angezündet hat und dabei gestorben ist, fühlte ich mich so schrecklich!! Er hatte Krach mit seiner Familie und Selbstmord war offenbar sein einziger Ausweg! Es ist schon tragisch genug Menschen wegen Krankheiten und Unfällen zu verlieren, aber wegen Selbstmord...?! Die arme Mama!! Und Honesta dürfte auch alt genug sein um den Verlust ihres Vaters und die Trauer ihrer Mutter zu realisieren! Die Familie des verstorbenen Vaters unterstützt sie nicht und ihre Familie versucht zu helfen, so gut als möglich, aber auch die haben alle Kinder und wohl keine gut bezahlten Jobs! Ich werde ihr Öl, Zucker und Reis vorbeibringen und es wäre schön, wenn ich ihr helfen könnte, Arbeit zu finden! Sie macht einen anständigen und gebildeten Eindruck und sagte, dass sie selbstgemachte Esswaren auf dem Markt verkauft und sich so über Wasser hält! Ich war so froh, dass ich Honesta in die Stadt mitgenommen hatte, obwohl ich erst eigentlich dachte, dass sie eine intakte „normale“ Familie habe!
Den ganzen Morgen über stellte ich mir vor, was wohl all die anderen Kinder bisher erleiden mussten!
Freitag ist Maltag und so haben die Kinder wieder alle Sachen, die ich die Woche hindurch an die Wandtafel gemalt habe zuerst mit Bleistift "kopiert" und dann mit Neocolor angefaerbt. Es war ganz lustig zu sehen,wie ein Bus oder Fahrrad auch noch aussehen kann...
Mir gings zusehends schlechter und meine Nase lief ununterbrochen, sodass die Schwestern mich um 11 Uhr nach hause schickten! Da ich aber heute mir meinen Roommates zu einem indischen Essen eingeladen war, ging ich gemütlich in Richtung Stadt. Die Sonne war gnadenlos heiss und ich glühte in meinem langarm Shirt... Ich kaufte mir einen Mangosagt und setzte mich ins Internetcafe um kurz meine Mails zu checken. Danach ging ich zu Saidas Haus, der Inderin, die wir letzte Woche beim Muffin backen kennen lernten. Sie wohnt direkt gegenüber von Rita, dem Markt und der coffee lounge. Das ist eine Ecke, in der ich mich öfter aufhalte und deshalb kennen mich die Leute hier auch langsam winken mir zu oder ich ihnen!
Die Wohnung von Saida ist zuckersüss gestrichen, das heisst türkisblau, pink, mintgrün...einfach Bollywood! Das Essen stand schon auf dem Tisch, als ich hereinkam und das war mir gerade recht, da ich echt keine Kraft mehr gehabt hätte selber zu kochen. Es schmeckte alles ganz lecker!
Nach dem Essen fragte ich Saida, ob sich die Inderinnen in Moshi manchmal zum tanzen treffen würden. Ich besuchte nämlich Basel mal eine indische Tanzstunde und es war einfach toll. Ich habe schon nur die Musik geliebt... Darauf zeigte mir Saida ein Video von ihren Kindern, die bereits um die 20 Jahre alt sind, wie sie am letzten Tanzwettbewerb in Moshi teilnahmen und auch gewonnen haben. Das war dann endgültig Bollywood!
Wie wir dann wieder auf die Strasse kamen, fühlte ich mich wie im falschen Film...Erst waren wir noch in Indien und schon sind wir wieder in Afrika! Das war eine nette kurze Reise nach Indien und ich hoffe es gibt noch mehr von diesen Trips!
Ich liess mich von Nando nach hause bringen und legte mich dort schlafen nach einer Dusche und einer Tasse Tee mit Limone.
Hoffentlich fühle ich mich morgen besser! Ich werde das Haus mehr oder weniger für mich alleine haben und deshalb auch genügend Ruhe haben!

Girls shopping...



















Wie ich zur Schule ging, fiel mir auf, dass ich den Kilimanjaro schon seit ein paar Tagen nicht mehr gesehen hab! Der Berg hüllt sich in Wolken und ich möchte nicht wissen, wie es wohl wäre jetzt da hochzugehen! Übrigens habe ich erfahren, dass Maureens und Nancys Onkel, der Bergführer am Kilimanjaro ist, einen Träger und einen Touristen verloren hat auf seiner letzten Tour! Das heisst sie sind auf dem Weg zur Spitze gestorben!! Warum habe ich nicht in Erfahrung bringen können, aber es zeigt doch, dass es kein Spaziergang ist! Umso stolzer bin ich auf mich, es so weit geschafft zu haben und dennoch meine Grenzen spürte und so kurz vor der Spitze umdrehte! Es war sicher auch ein Vorteil nicht allzu ehrgeizig zu sein ;-)
Ein kleiner 6 Monate alter Junge zog heute Morgen alle Aufmerksamkeit auf sich. Es handelte sich um den Sohn einer Lehrerin, die keinen Babysitter hatte und ihn deshalb mit zur Schule brachte. Sie musste ihr Hausmädchen entlassen, da der Kleine von ihr geschlagen wurde!!!
Es dauerte keine Minute und ich hatte das Baby in meinen Armen...könnt ihr euch ja wohl alle denken! Die anderen Kinder reagierten alle ganz liebevoll auf das kleine Bündel und das fand ich so rührend!!
Schwester Cesaria gab mir einen Zettel, den Honestas Mama geschrieben hat. Sie übersetzte ihn für mich und ich erfuhr, dass der Vater tot sein muss und die Mutter keine Arbeit hat und sie sich bei mir deshalb herzlichst bedankt. Und einmal mehr soll Gott mich beschützen! Ich bekomme schon ein schlechtes Gewissen, ob all den lieben Wünschen...! Das hiess also, dass ich die Erlaubnis hatte, Honesta zu unserem Girls Shopping mitzunehmen.
Nach der Schule machten wir drei Mädchen uns auf zu mir nach hause zu gehen. Dort malten die beiden ein wenig bis Pina die Spaghettis fertig zubereitet hatte. Ich denke die waren ein wenig verwirrt, da sie wohl noch nie ein so schönes Zuhause gesehen haben zuvor! Ich meine mit Plattenboden und Kochherd etc.
Es könnte sein, dass sie auch noch nicht so oft Spaghettis gegessen haben bisher, da sie nicht richtig wussten, wie anpacken... Hilde zierte sich überhaupt nicht und nahm ihre Hände zur Hilfe! Man muss vielleicht dazu sagen, dass die traditionelle Speise Ugali mit den Händen gegessen wird!
Nach dem Essen fuhren wir mit einem Taxi in die Stadt. Und auch das war wahrscheinlich aufregend für die beiden Mädchen! Schon im zweiten Laden fanden wir neue Schuhe für Hilde und Honesta! Das war ja ein Volltreffer und sie schienen wirklich zufrieden zu sein mit den neuen Schuhen. Honesta tendierte zu ein paar offenen Sandalen mit einem kleinen Absatz, die ich in Anbetracht der bevorstehenden Regensaison ziemlich unpraktisch fand. Die Verkäuferin half mir dann ein paar passendere Schuhe zu finden, die auch Honesta zusagten! Im selben Laden kauften wir noch Unterhosen und Socken ein.
Unterwegs kamen wir noch bei Rita vorbei und sie hatte auch grosse Freude an den Mädchen. Ich kaufte für beide je eine Schachtel Farbstifte und ein Heft mit Malpapier.
Das stand zwar nicht auf ihrer Wunschliste, aber ich hatte zu hause das Gefühl, dass beide gerne malen!
Jetzt hielten wir Ausschau nach einem Schulsack (einem kleinen Rucksack). Ein Verkäufer liess uns dann kurz warten mit dem Versprechen gleich zurückzukommen mit genau den Modellen, die „wir“ wünschten! Ich fragte nach Rucksäcken in orange, rot, pink, grün oder gelb und erst dann kam mir in den Sinn, dass der Verkäufer die Mädchen ja selber fragen kann, da er ja ihre Sprache spricht!! Lustigerweise wollten sie einen blauen Rucksack...! Ich lag mit meinen Girlie Farben total daneben! Ich dachte, dass sie auf pink stehen müssten, da sie bei den Schuhen eher einen Glimmer Glitter Geschmack zeigten und es sind doch schliesslich Mädchen von 3 und 5 Jahren...!! Wie versprochen, kam der Verkäufer nach ein paar Minuten und einem Erdbeerschlecker beim Nachbarladen mit blauen Rucksäcken zurück. Sie wählten verschiedene aus und ich war so froh, dass wir genau die gefunden hatten, die sie haben wollten!
Mit vollen Taschen und strahlenden Gesichtern marschierten wir um den nächsten Block zum „coffee shop“. Dort setzten wir uns im Innenhof auf die gepolsterten Sitzbänke, die fast wie Sofas waren für die kleinen Stinkerlis! Sie zogen ihre Schuhe aus und machten es sich bequem. Wir bekamen alle drei zuerst ein Fanta orange und dann einen Schoko- und Bananenshake und ein Schokoeis. Hilde brauchte Hilfe und so fütterte ich ihr das Eis, was die Leute ringsherum alle so süss fanden! Überhaupt waren die beiden der Mittelpunkt des coffee shops! Nach einer Weile fing Hilde an zu rülpsen und das schien sie auch nicht weiter zu stören. Wir wissen alle, dass kleine Kinder erstaunlich laut rülpsen können und das tat sie auch! Ich fands nur zum lachen und genoss diese unverblümte herzliche Stimmung. Die Mädchen lachten und kicherten und es hätte euch alle zu hause gefallen zu sehen, was ein Schokoshake bewirken kann.
Ich verstehe nicht viel Swahili, aber einen Satz kenne ich mittlerweile und das ist, wenn die Kinder sagen, dass sie aufs Wc gehen müssen. Verzweifelt suchten die beiden das Loch in der Toilette und wussten gar nicht, was mit der Wc-Schüssel anfangen! Also gingen sie zur Herrentoilette rüber und fanden die gleiche Schüssel vor. Ein wenig verwirrt setzte ich die Erste auf die Schüssel und sie waren sehr beeindruckt von der Spülung! Das dürfte wohl das erste Mail gewesen sein, dass sie richtige Toilette benutzt haben...
Der Taxifahrer von vorhin brachte uns dann wieder nach hause. Bei Hildes Haus bedankte sich dann ihre Bibi ganz herzlich und ich fragte sie, ob ich bitte meinen Swahili Guide wieder zurück haben könnte! Sie gab ihn mir wieder, aber irgendwie hatte ich das Gefühl sie tat es widerwillig...??!! Was hätte sie damit anfangen wollen, deutsch lernen? Die Kinder verschwanden sofort im Haus und wollten wohl allen ihre neusten Errungenschaften zeigen.
Ich fuhr mit dem Taxi um die nächste Ecke und wollte das letzte Stück noch zu Fuss nach hause gehen. Doch es fing langsam an zu regnen und als ein Auto anhielt und der Fahrer Lifti rief und ich erkannte, dass es ein Freund von Yasenta war, stieg ich ein. Erst als ich die Autotüre öffnete, merkte ich, dass Yasenta schon im Auto sass!! Zu hause angekommen, fühlte ich mich auf einmal nicht mehr wohl und meine Erkältung schien schlimmer geworden zu sein. Ich nahm ein Panadol, machte mir einen heissen Tee und legte mich schlafen.
Zum Abendessen stand ich noch mal auf, aber legte mich nach einem Schwatz mit Joelle wieder ins Bett. Glücklicherweise konnte ich sehr gut schlafen...

Mittwoch, den 12.03.08



Juhui endlich Mittwoch, das heisst mein freier Tag!!
Ich habe sehr viel erledigen können heute. Hab einen relativ günstigen Speicherstick gefunden, der mir das ewige Hin- und Herschleppen des Computers ersparen wird. Ihr dürft nicht vergessen, dass ich etwa 30 Minuten in der grössten Hitze hinter mich zu bringen habe, wenn ich ins Internetcafe gehen will! Und das ist ja erst der Hinweg... Weiter habe ich ein T-Shirt gekauft, das ich abändern werde und wenn’s gut rauskommt, werde ich noch mehr davon kaufen, da ich viel zu wenige Shirts habe! Für jedes kleine Ding, muss man manchmal tagelang die Läden abklappern! Es ist nicht wie bei uns zu Hause, wo man in all die Spezialgeschäfte gehen kann und gleich findet, was man sucht. Hier werden Esswaren im gleichen Laden verkauft wie Telefonkarten und Velos... Je nachdem, was der Besitzer gerade kriegen konnte!
Ich hab mir noch eine Wäscheleine gekauft, die ich meinem Zimmer aufspannen werde, damit ich meine Kleider aufhängen kann.
Mit zwei neuen Kitenges ging ich bei Rita vorbei und bestellte noch ein paar Röcke und Kleider! Und das Dickste kommt erst...ich habe einen Flug nach Zanzibar gebucht!!! Ich werde nächsten Donnerstag Morgen früh nach Zanzibar fliegen und erst Freitag zwei Wochen darauf wieder zurückkommen! Wir haben Oster- und Frühlingsferien zusammengelegt und ich dachte ich nutze das aus. Reif für die Insel bin ich glaube ich schon länger ;-) Also seid nicht enttäuscht, wenn’s in einer Woche ruhiger wird auf meinem Blog! Ich werde euch aber sicher nachträglich mit Infos updaten! Eine norwegische Bekannte und ihre Freundin, fliegen am selben Tag und wir haben uns im gleichen Hotel an der Nordküste einquartiert. Evelinn und Trine werden jedoch nur fünf Tage bleiben, da Trine ihren Flug zurück nach Europa hat Mitte Woche! Ohh nach acht Jahren komme ich wieder nach Zanzibar zurück und ich bin echt gespannt, ob ich eine Veränderung erkennen werde. Wahrscheinlich werde ich noch 2 Nächte in Stonetown bleiben und ein wenig auf Kultur machen... Babs, Chanti und Steffi, ich habe gesehen, dass es das Tembo Hotel immer noch gibt!! Erinnert ihr euch noch?! Dieses Mal sprengt es mein Budget und ich werde mir eine günstigere Bleibe suchen müssen, was aber hoffentlich kein Problem sein sollte, da im Moment low season ist! Einzig all die „Volunteers“, die vom Festland kommen, könnten mir in die Quere kommen ;-)
Und ich werde versuchen das Schiffswrack, das vor der Küste liegen soll, aufzusuchen, damit ich für Teddy Bilder machen kann!! Ich hoffe, dass meine Karte da richtig liegt und uns nicht schon wieder in die Irre führt, so wie mit der Eisenbahnlinie durch Moshi...! (Obwohl, die Karte sagt eigentlich nur aus, dass es Schienen hat und das stimmt ja immer noch!)
Auf jeden Fall freue ich mich riesig auf meine ersten Ferien!
Zwischen all diesen Erledigungen habe ich Carol an ihrem Arbeitsort besucht, mich später mit ihr zum Lunch getroffen, Telefonkredit besorgt, Postkarten eingeworfen und auf der Bank Geld für meinen Flug abgehoben!
Am Abend sind dann Joelle, Carol, Yasenta und ich zum Abendessen in die Stadt gefahren! Da es viele italienische Gerichte auf der Karte hatte, hab ich mich für einen Risotto mit Erbsen entschieden. Er war nicht schlecht, aber auch nicht wirklich gut! Peter, dein Risotto schmeckt mir immer noch am besten... Aber ich denke mit den Zutaten, die dem Koch zur Verfügung standen, hat er einen guten Job gemacht!

Mittlerweile kenne ich schon ein paar Leute, wenn ich in der Stadt unterwegs bin und das finde ich ganz toll! Ich habe langsam, aber sicher ein Netzwerk und man fragt sogar schon nach mir. Ist das nicht aufregend zu erleben, wie schnell man sich eine neue Umgebung schafft?!

Morgen werde ich nach der Schule mit Hilde und Honesta in die Stadt gehen und darauf freue ich mich auch ganz riesig!!

Mittwoch, 12. März 2008

Spendenliste

Endlich hab ich die Zeit gefunden eine Spendenliste aufzustellen!
Für alle die helfen wollen hier ein paar Infos...
Es ist am einfachsten Geld auf mein Schweizer Postkonto zu überweisen und mir gleichzeitig ein Mail mit dem genauen Betrag zu schicken, so dass ich genau weiss, wer wie viel Geld spendet! Meine Kontonummer könnt ihr bei meinen Eltern oder per Mail bei mir anfragen. Es gibt hier in Moshi fast alles, was wir brauchen für den Schulunterricht oder den Schulhausbau. Deshalb sind Geldspenden, die ich hier direkt vor Ort einsetzten kann am effizientesten! Wie ihr euch denken könnt, ist es viel zu teuer Pakete aus der Schweiz zu schicken! Pakete zu schicken wäre mehr ein Spässli für mich ;-)
Ich denke die Liste hat für alle Budgets etwas dabei und ihr werdet schnell erkennen, dass man mit wenig Geld sehr viel bewirken kann! Aber ich möchte bei dieser Gelegenheit erwähnen, dass sich bitte niemand dazu gedrängt fühlen soll, etwas zu spenden!
Ich werde jeden gespendeten Franken mit Sorgfalt und Rücksprache einsetzen. Jeder Spender soll genau wissen, welches Kind er zum Lachen!

Spendenliste Nursery School:
- neuer Teppich als Sitzunterlage etwa 2 x 3m 25'000 TSH
- Mal- und Schreibpapier 500 Blatt 6'500 TSH
- Farbstifte Packung à 12 Stk. 1'200 TSH
- Neocolor Packung à 12 Stk. 1'600 TSH
- Filzstifte Packung à 12 Stk. 2'400 TSH
- Grosse Plakatmalpapiere A1 à 100 TSH
- Schere 700 TSH
- Kreide farbig gemischt Packung à 1'000 TSH
- Kreide weiss Packung à 800 TSH
Schuluniformen:
- Hemd und Shorts für Jungs 6'000 TSH
- Kleid für Mädchen 4'000 TSH
- Pulli gestrickt unisex 5'000 TSH
- Socken 1’000 TSH
- Schulgebühren pro Kind pro Jahr inkl. Essen 50’000 TSH
- Schuhe 12’000 TSH
- Rucksack für Schule 5'000 TSH
- Maandazi (Znüni) 100 Stk. 5'000 TSH
- Bananen (Znüni) 90Stk. 3'000 TSH

Es gibt Familien, die sehr arm sind und kaum Geld haben um Essen zu kaufen. Ihr könnt auch einen Grosseinkauf spenden für etwa 25'000 TSH und das beeinhaltet ca. 3kg Reis, 1kg Zucker, 2kg Bohnen, 2kg Kartoffeln, 1kg Tomaten, 1kg Paprika, 1kg Karotten, 4 Mangos, 30 Eier, 3 Lt. Milch...

Ihr seht, es gibt ganz viele verschiedene Möglichkeiten, Freude zu bereiten! Ich bin jetzt dabei immer mehr Leute kennenzulernen und deshalb wird die Möglichkeit Spenden einzusetzen immer grösser. Grundsätzlich kümmere ich mich um die Kinder der Montessori Schule und ihre Familien.
Es gibt da noch ein Jugenhilfeprogramm, das ich mir noch genauer anschauen werde, aber vernünftig klingt.
An der Longuo Schule werde ich mich nur am Schulhausbau beteiligen, da Carol sich dort schon um die Kinder kümmert!

Kosten für 1Schulzimmer von 5 Stk. an der Primary School Longuo:
- Bewährungseisen für Mauerabschluss 112'000 TSH
- Schalungsbretter 192'000 TSH
- Zementsäcke 40 Stk. à 15'500 TSH
- Metallfenster 5 Stk. à 100'000 TSH
- Metalltüre 1 Stk. à 80’000TSH
- Dachkonstruktion in Holz 720'000 TSH
- Dachabdeckung Wellblech 55 Stk. à 19'000 TSH = 1'045'000 TSH
- Nägel fürs Dach 35'000 TSH
- Zimmerdeckenkonstruktion 200'000 TSH
- Deckenelemente 120'000 TSH
- Abdeckleiste 25'000 TSH
- Nägel für Decke 22'000 TSH
- Traufbrett 96'000 TSH
- Farbe für Grundanstrich 116'000 TSH
- Farbe für Endanstrich 60'000 TSH
- Farbe für Wandtafel 4'000 TSH
- Lösungsmittel 13'000 TSH
- Transportkosten für Laster 200'000 TSH
- Manpower ca. 1'500'000 TSH

Einrichtung pro Zimmer:
- Pulte 23 Stk. à 25'000 TSH
- 1 Schrank à 220'000 TSH
- 2 Lehrertische à 85'000 TSH
- 2 Lehrerstühle à 20'000 TSH

Ich habe ganz vergessen den Kurs anzugeben!
1'000 TSH sind 1 CHF